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Verkehrswende

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ver.di: Kreis und Kommunen müssen Verkehrswende voranbringen

Der ver.di – Regionalvorstand Eutin und Umgebung
erwartet vom Kreis Ostholstein und den Kommunen, die notwendige
Verkehrswende rasch voranzutreiben. In Bezug auf eine angemessene
personelle Ausgestaltung des Bereiches Klimaschutz sieht ver.di den
Kreis unmittelbar in der Verantwortung. Zur Versachlichung von Diskussionen
und Entscheidungen sehen die Gewerkschafter die Ausweisung
des ökologischen Fußabdrucks von Produkten und Dienstleistungen für
unerlässlich.
Der ver.di Bereich erklärt in einem Grundsatzbeschluss, dass die zunehmende,
von Menschen verursachte Erderwärmung droht, den Planeten
unbewohnbar zu machen. Wie das Gros der Klimawissenschaftler,
der Weltklimarat und Fridays For Future geht ver.di davon aus, dass eine
durchschnittliche Erderwärmung um mehr als 1,5 Grad Celsius im Vergleich
zur vorindustriellen Zeit dazu führen wird, dass die Überlebensfähigkeit
des Menschen auf der Erde gefährdet ist.
Diese Grenze, erklärt Gerhard Mette, Referent für Klima- und Umweltfragen,
wird nach den Berechnungen des Klimarates des Vereinten Nationen
in einem Zeitkorridor von 10 (!) bis 40 Jahren erreicht werden. Der
zurzeit wichtigste Faktor der Erderwärmung ist, nach seinen Angaben,
der Ausstoß des Treibhausgases CO2.
In Ostholstein ist, anders als im bundesweiten Durchschnitt, der Verkehrsbereich
hauptverantwortlich für den CO2-Ausstoß. Die herausgehobene
Bedeutung ist der wirtschaftlichen Struktur in Ostholstein geschuldet.
Nicht Industrie, sondern Tourismus und Landwirtschaft prägen
den Kreis.
An erster Stelle steht aus Sicht der Gewerkschaft deshalb eine Umkehr
bei der Schwerpunktsetzung im Verkehrsbereich. „Der Ausbau und Erhalt
von Rad- und Fußgängerverkehr müssen Vorrang bekommen“, so
Mette. An zweiter bzw. dritter Stelle kämen der Ausbau des schienengebundenen
Nahverkehrs und Erhalt und Ausbau des ÖPNV. Der motorisierte
Individualverkehr müsse Stück für Stück zurückgedrängt werden.
ver.di bei der Politik im Zusammenhang mit Klimafragen häufig „Bauchentscheidungen“
(Beispiel: E-Mobile) erkennt, fordert die Gewerkschaft
dass jedes Produkte, jede Dienstleistung seinen klimatischen Fußabdruck
ausweist.
Dieser klimatische Fußabdruck müsse wie das Preisschild den Preis, die
Gesamtaufwendungen für CO2 bei Herstellung, Einsatz und Entsorgung
ausweisen. „Erst ein solcher, von der Bundespolitik zu beschließender
ökologischer Fußabdruck“, so Mette, „ermöglicht Verbrauchern und Politik
fundierte Entscheidungen.“
Vom Kreis erwartet ver.di, dass das 2016 beschlossene Klimaschutzkonzept
überprüft und weiterentwickelt wird. Um diese Aufgabe verwaltungsseitig
abzusichern, sei die Schaffung weiterer Stellen in dem Bereich nötig.
Eine einzelne Person, sei mit den vielen Aufgaben die sich der Kreis
in seinem Integrierten Klimaschutzkonzept gegeben habe, völlig überfordert.
Der ver.di – Regionalvorstand Eutin und Umgebung hat die Einrichtung
eines Arbeitskreise Klima-/Umweltpolitik beschlossen. Aufgabe des Arbeitskreises
ist neben der Grundlagenbeschaffung, die Strategie und Politik
aus Arbeitnehmersicht in Klima- und Umweltfragen weiterzuentwickeln.
Interessierte Gewerkschaftsmitglieder sind eingeladen. Sitzungstermine
können über den ver.di – Bezirk Lübeck/Ostholstein erfragt werden.
Weitere Informationen: ver.di Bezirk Lübeck/Ostholstein, Berith
Jordan, Telefon 0451-799052 oder 01755814356.