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ver.di Eutin zur Verkehrspolitik

ver.di Eutin zur Verkehrspolitik

ver.di Eutin fordert tatsächliche Wende in der Verkehrspolitik

Eutin, 19. November 2019

Der Arbeitskreis Klima- und Umweltpolitik des ver.di Regionalvorstandes Eutin hat mit einer Grundsatzdiskussion über den Verkehrsbereich gestartet.

Hintergrund ist, dass in Ostholstein die Belastung mit klimaschädlichen Treibhausgasen, entsprechend „Integrierten Klimaschutzkonzept des Kreises Ostholstein“, zum größten Teil vom Verkehrsbereich ausgeht. Im gesamten Bundesgebiet ist das anders, erklärt der Klima-Referent Gerhard Mette.

Bundesweit verursacht die Wirtschaft, einschließlich Landwirtschaft, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen mit 46 Prozent nahezu die Hälfte aller Treibhausgase. In Ostholstein, das wesentlich von Landwirtschaft, Tourismus und Gesundheitswesen und viel Pendlerverkehr geprägt wird ist jedoch der Verkehrsbereich der größte CO2 - Verursacher. Haushalte und Wirtschaft folgen erst mit deutlichem Abstand.

Die Handlungsmöglichkeiten von Kreis und Kommunen im Verkehrsbereich seien zwar beschränkt, weil vieles in den Aufgabenbereich des Bundes und des Landes falle, aber auch die Kommunalpolitik habe Möglichkeiten.

So hält ver.di einen Austausch der Schwerpunktsetzung im Verkehrsbereich für unverzichtbar.

Hauptaugenmerk soll auf die Förderung und Entwicklung der klimapolitisch positiveren Verkehrsmittel gelegt werden.

Das bedeutet, so Klimareferent Mette, die Bereiche Fuß- und Radverkehr, sowie Öffentlicher Personennahverkehr im städtischen Bereich auszubauen, den klimaschädlichen motorisierten Individualverkehr zurückzudrängen.

Aus unserer Sicht, so Mette, sollte im Straßenbereich nur noch in den Erhalt investiert werden. In den Ausbau sollten Mittel nur in klimapolitisch zu bevorzugende Bereiche gehen.
Im Regionalverkehr müsse auf Erhalt (Bäderbahn) und Ausbau des schienengebundenen Verkehrs und des Linienverkehrs mit enger Taktung gesetzt werden. Nur eine enge Verkehrsfolge kann den motorisierten Individualverkehr für den einzelnen überflüssig machen, so die Auffassung der Gewerkschaft.

Der ver.di – Regionalvorstand Eutin erinnert daran, dass nach den übereinstimmenden Ergebnissen der Klimaforschung und des Weltklimarates der Vereinten Nationen die Erderwärmung unbedingt auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden müsse.

Andernfalls drohen nicht mehr beherrschbare klimatische Veränderungen, die die Überlebensfähigkeit der Menschen auf der Erde gefährden. Die 1,5 Grad-Grenze wird voraussichtlich in zehn bis 32 Jahren erreicht sein.
Die Diskussion einer Verkehrswende wird von ver.di fortgesetzt.


Weitere Informationen: Berith Jordan, ver.di Bezirk Lübeck/Ostholstein, Tel.: 0451-799050 oder 0175 581 43 56.