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Abbildung der Bildmarke der Arbeiterinnen und Arbeiter
Foto/Grafik: ver.di

Arbeiterinnen und Arbeiter - gibt es die noch?
Wer zu dieser Frage eine voreingenommene Meinung hat, sollte erst gar nicht weiterlesen, es sei denn - liebe Leserin, lieber Leser Du willst Dich ernsthaft mit dieser Frage auseinandersetzen, Dich über neue Erkenntnisse und Fakten informieren lassen und nicht in einer überholten, starren Denkweise verharren.
Seit der ver.di Gründung sind wir Arbeiter/innen zunehmend mit der Aussage konfrontiert worden: Arbeiter – die gibt es doch gar nicht mehr!
Diese Aussage kam und kommt oft auch von Arbeiter/innen selbst.

Unsere Antwort darauf lautet:
Auch wenn die formalen Bezeichnungen Angestellte und Arbeiter/innen in der gesetzlichen Rentenversicherung oder in einheitlichen Tarifwerken ersetzt wurden, bedeutet dies noch lange nicht, dass damit die Probleme der Arbeiter/innen beseitigt oder eine Gleichbehandlung erreicht wurde. Das Gegenteil ist der Fall. Die Arbeiterschaft hat in den letzten drei Jahrzenten einen erdrutschartigen Niedergang erfahren müssen.
Wir wollen es aber nicht bei dieser Feststellung belassen, sondern hier ausführlicher über die Entwicklung der Arbeiter/innen seit der Zeit der De-Industrialisierung, von den 70ziger Jahren bis heute, in unserer Gesellschaft, in der Arbeitswelt und in unserer Gewerkschaft aufklären.
Es war die richtige Entscheidung, wenn auch unter dem Druck des Vereinigungsprozesses, Strukturen in ver.di für Arbeiter/innen zu schaffen und diese durch einen Beschluss des Gewerkschaftsrates aus 2006 weiter zu entwickeln.
Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind aufgerufen sich durch Aktivitäten am Arbeitsplatz, in unserer Organisation und in Politik und Gesellschaft, zur Verbesserung ihrer Lebens–, Einkommens– und Arbeitsbedingungen einzubringen.
Die Arbeiter/innen brauchen ihre Ausschüsse auf allen Ebenen, um miteinander über ihre Probleme diskutieren und beraten zu können und nach Lösungswegen zu suchen.
Ein Drittel der ver.di-Mitglieder sind Arbeiter/innen!

Nach wie vor sind Arbeiterinnen und Arbeiter diejenigen, die die höchste Bindung zu unserer Gewerkschaft haben. Arbeiterinnen und Arbeiter sind im hohen Grad solidarisch und die entscheidenden Träger von Arbeitskämpfen.
Unsere Gewerkschaft ver.di braucht diese Gruppe als eigenständige fachbereichsübergreifende Organisationseinheit.
Wir fordern, dass sich haupt- und ehrenamtliche Entscheidungsträger/innen ernsthaft mit diesen Erkenntnissen und Tatsachen auseinandersetzen und die Arbeiter/innenausschüsse in unserer Gewerkschaft unterstützen und fördern.

Es ist keine Schande Arbeiterin oder Arbeiter zu sein.
Es ist eine Schande wie unsere Gesellschaft die Arbeiterinnen und Arbeiter behandelt!

Der Bundesarbeiter/innenausschuss

ver.di Kampagnen