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ver.di fordert Ende der Überbelastung der Pflege bei der Sana …

ver.di fordert Ende der Überbelastung der Pflege bei der Sana Klinik Lübeck

Wie der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) durch ihre Mitglieder an der
Sana Klinik Eutin zugetragen wurde, hat die Geschäftsführung der Sana Kliniken
Ostholstein einseitig beschlossen, mehrere Betten in der zentralen Notaufnahme zu
sperren. ver.di liegt eine E-Mail der Geschäftsführung vor, in der angeordnet wird,
dass die Patienten die zuvor stationär in der zentralen Notaufnahme aufgenommen
worden sind, ab sofort direkt auf die Stationen 3+4 unterzubringen sind, dabei sind
auch Flurbelegungen zu akzeptieren.


„Die Stationen sind eh schon hoffnungslos überlastet, durch die Bettensperrungen
verschärft sich diese Situation noch mehr“ so Christian Wölm, Gewerkschaftssekretär
für den Bereich Gesundheit im ver.di Bezirk Lübeck/Ostholstein. „Wir wissen,
dass alleine seit der Anordnung der Geschäftsführung mindestens 10 Gefährdungsanzeigen
durch das Pflegepersonal dieser Bereiche geschrieben worden sind“ so
Wölm weiter.


Mit Gefährdungsanzeigen macht das Pflegepersonal gegenüber der Geschäftsführung
deutlich, dass verantwortungsvolle Pflege nicht mehr möglich ist. Das Personal
ist dann nicht mehr haftbar.


„Außerdem ist uns ein offener Brief des Betriebsrates an die Geschäftsführung durch
eines unserer Mitglieder zugespielt worden, welcher deutlich macht, dass die Sana
Klinik Eutin definitiv ein Problem mit der Belastung des Personals hat: seit Anfang
diesen Jahres sind es 150 Gefährdungsanzeigen, im Jahr 2016 waren es 399. Die
Tendenz ist also steigend. Dabei ist die Bettensperrung überhaupt nicht nötig gewesen,
die dünne Personaldecke die von der Geschäftsführung als Grund angegeben
wird hätte über Leiharbeitsfirmen kurzfristig aufgestockt werden können. Aber man
will offensichtlich kein Geld für die Entlastung des Personals in die Hand nehmen,
sondern verschärft die Situation lieber“ so Wölm.


Der Gewerkschaft liegen weiterhin Berichte vor, dass das Konzept der Flurbelegung,
abgesehen von der unangenehmen Situation für die PatientInnen, auch aufgrund
mangelnder technischer Ausstattung nicht funktioniert. „Die Funkklingeln die dafür
eingesetzt werden sollen haben eine zu geringe Reichweite und sind auch nicht in
ausreichender Zahl vorhanden.“

ver.di fordert die Geschäftsführung auf, die Sperrung der Betten in der Notaufnahme
zurückzunehmen und kurzfristig für eine Entlastung des Personals zu sorgen. Gleichzeitig
müssen die Kreisverwaltung und der Landrat als Minderheitsgesellschafter eine
Erklärung der Geschäftsführung für diese Situation erhalten. „Hier wird versucht, gute
Geschäftszahlen auf dem Rücken der PatientInnen und der Beschäftigten zu erreichen.“
fasst Wölm die Gesamtsituation zusammen.

Für Rückfragen: Christian Wölm – 0171-1809567 – christian.woelm@verdi.de