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Auftakt der Tarifrunde öffentlicher Dienst

Auftakt der Tarifrunde öffentlicher Dienst

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Als enttäuschend wertet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) den heutigen Auftakt der Tarifverhandlungen in Potsdam. Die Arbeitgeber haben nicht nur kein Angebot vorgelegt, sondern verlangen Verzicht von den Beschäftigten.

„Das ist verantwortungslos, unangemessen und wenig wertschätzend gegenüber den Beschäftigten im öffentlichen Dienst“ so Karin Hesse, Leiterin des ver.di Landesbezirks Nord, heute nach den Verhandlungen in Potsdam.

Hesse: „Wir erwarten, dass die Politik auch angesichts des seit Monaten anhaltenden Flüchtlingsstroms verantwortungsvoll handelt und unverzüglich ein Angebot auf den Verhandlungstisch legt. Viele Beschäftigte sind gerade in den letzten Monaten über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus gegangen und haben mit unzähligen Überstunden dafür Sorge getragen, dass beispielsweise die Aufnahme, Versorgung und Integration von Flüchtlingen überhaupt möglich wurde. Das muss auch angemessen honoriert werden“.

„Ein Staat, der seine Aufgaben ordentlich erledigen will, braucht dazu gut qualifiziertes Personal in ausreichender Anzahl. Tatsächlich ist die personelle Ausstattung in vielen Bereichen aber seit langem bewusst ‚auf Kante genäht‘ und es mangelt an Nachwuchskräften. Das hat auch etwas mit dem Nachholbedarf in der Bezahlung zu tun“ so Hesse weiter.

„2,14 Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes beim Bund und den Kommunen erwarten von ihrem Arbeitgeber zu Recht, dass unverzüglich alle Anstrengungen unternommen werden, um zu einem schnellen Tarifabschluss zu kommen. Mit der Verweigerung eines Angebots folgen die Arbeitgeber jedoch dem üblichen Ritual. Das ist gerade in der jetzigen Situation unverantwortlich und wird die Tarifverhandlungen unnötig in die Länge ziehen“ so Hesse.

ver.di fordert sechs Prozent mehr Entgelt und die Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro pro Monat. Zudem will die Gewerkschaft die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen abschaffen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll zwölf Monate  betragen.

Für die Tarifverhandlungen haben die Gewerkschaften mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen nach dem  heutigen Auftakt zweitägige Tarifverhandlungen am 11. und 12. April sowie am 28. und 29. April in Potsdam vereinbart.