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Vetragsbruch: Unbefristete Streiks bei der Deutschen Post beginnen

Vetragsbruch: Unbefristete Streiks bei der Deutschen Post beginnen

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post AG erhöht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) den Druck auf den Arbeitgeber, indem die Beschäftigten sukzessive ab heute Mittag zum unbefristeten Streik aufgerufen werden.

Im ersten Schritt werden 1.100 Kolleginnen und Kollegen aus den acht norddeutschen Briefzentren in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (Leitregionen 17 bis 25) zur unbefristeten Arbeitsniederlegung aufgerufen. Der Streik wird dazu führen, dass das bundesweite Logistik- und Sortiernetz in den kommenden Tagen gänzlich zum Stillstand kommen wird. Speziell in den acht norddeutschen Briefzentren bleiben dann wöchentlich 40 Millionen Briefsendungen unbearbeitet.

Grund für die Zuspitzung des Konfliktes, ist die ausbleibende Reaktion der Post auf ein Angebot von ver.di, welches Vorschläge zur Lösung der seit längerem anhaltenden Auseinandersetzung im ehemaligen Staatskonzern enthalten hat.

ver.di hatte in der sechsten Tarifverhandlung am vergangenen Dienstag so versucht, die Post von einer einvernehmlichen Lösung zu überzeugen und vom Konfliktkurs gegen die Beschäftigten abzubringen.

ver.di wirft der Deutschen Post u. a. vor, mit neugegründeten Tochtergesellschaften den eigenen Haustarifvertrag zukünftig zu unterlaufen und somit auch gegen die Vereinbarung zur Fremdvergabe zu verstoßen.

Das Angebot sah unter anderem eine Rückführung der 49 Regionalgesellschaften in den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG vor, eine Verlängerung der Schutzregelungen zu Kündigungen und Fremdvergabe, den Verzicht auf eine lineare Einkommenserhöhung in diesem Jahr und eine strukturelle Veränderung der bestehenden Entgelttabelle für alle neu eingestellten Beschäftigten, wonach diese künftig nicht mehr nach zwei, sondern erst nach drei Jahren in die jeweils nächsthöhere Erfahrungsstufe aufstiegen.

Das Angebot war – wie bei Tarifvereinbarungen üblich – mit einer Erklärungsfrist bis zum 4.Juni 2015 versehen. Die Deutsche Post ließ die Frist ergebnislos verstreichen.

„Insgesamt zehn Verhandlungstage lang hat sich die Deutsche Post AG seit Mitte März nicht in Richtung einer Konfliktlösung bewegt. Deshalb hat ver.di ein umfassendes Angebot unterbreitet. Es trägt dem zentralen Argument der Deutschen Post AG nach einer veränderten Lohnspreizung und nach Entlastung Rechnung und sorgt im Interesse der Allgemeinheit zugleich für den Erhalt eines ganzheitlichen und leistungsfähigen Zustellnetzes. Das Angebot ist ein tragfähiger Kompromiss und in der Lage, den Frieden im Betrieb herzustellen. Dass die Deutsche Post AG die Erklärungsfrist ignoriert, ist ein unter Tarifvertragsparteien sehr ungewöhnliches Verhalten und wirft die Frage auf, ob das Unternehmen überhaupt ein Interesse an einer Lösung am Verhandlungstisch hat“, sagte ver.di-Landesfachbereichsleiter Postdienste in Nord und Hamburg, Lars-Uwe Rieck.

Hinweis für die Redaktionen:

Lars-Uwe Rieck steht am heutigen Montag, den 8 Juni, ab 17:30 Uhr am Streikposten in der Niederlassung Zentrum, Plöner Straße /Ecke Diebsdeich, Hamburg Altona, für Fragen und Interviews zur Verfügung. Zur gleichen Zeit werden sich die Beschäftigten vor Ort dem Streik anschließen.

ver.di- Gewerkschaftssekretär Matthias Pietsch steht ebenso am heutigen Montag, den 8. Juni, ab 16:45 Uhr am Streikposten in der Niederlassung Kiel, Bunsenstraße 2b, in 24145 Kiel, für Fragen und Interviews zur Verfügung.

Rückfragen an:

Lars-Uwe Rieck, ver.di Hamburg/ Nord, 0160-4741 179

Matthias Pietsch, ver.di Hamburg/Nord, 0151-5849 7145

Thomas Ebeling, ver.di Hamburg/Nord, 0160-9052 5989