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Gefährliche Situationen in den Nachtdiensten bei Krankenhäusern …

Gefährliche Situationen in den Nachtdiensten bei Krankenhäusern festgestellt

Auswertung zum Bundesweiten „Nachtdienstcheck“

Auswertung

ver.di besucht 237 Krankenhäusern und insgesamt 2.803 Bereiche, in denen regelmäßig Nachtdienst geleistetet wird.  Erreicht wurden mehr als 11 Prozent aller Kliniken. Auf den befragten Stationen und Bereichen arbeiteten in dieser Nacht 2.862 Fachkräfte, 142 Hilfskräfte und 91 Auszubildende. Es wurden 54.218 Patienten versorgt.

Auf 1147 (55,8%) der 2056 Stationen arbeitete eine Fachkraft allein. Sie mussten durchschnittlich 25 Patient/innen versorgen. Auf 20 Stationen wurde die Fachkraft durch eine Azubi unterstützt, auf 33 durch eine Hilfskraft. Auf fünf Stationen musste eine Hilfskraft  ohne Fachkraft die Patient/innen versorgen.

Gefährliche Situation in den vergangenen vier Wochen
Erschreckend waren die ehrlichen Rückmeldungen der Beschäftigten, die mit knapp 60% aufzeigten, dass gefährliche Situationen in den vergangenen Wochen durch mehr Personal hätten verhindert werden können (Ja: 58,68%, Nein: 41,32%).

Händedesinfektion
Über 71 Prozent der Befragten stimmen der Aussage „Im Nachtdienst wird die Hände-Desinfektion vernachlässigt, weil der Arbeitsdruck hoch ist?“ entweder gar nicht oder eher nicht zu (gar nicht zu: 42,54%; eher nicht zu: 29,13%). 28,33 Prozent der Befragten stimmen der Aussage „eher“ oder „voll zu“ (eher zu: 19,99 %, voll zu: 8,34%).

Intensivstation: Fachstandard flächendeckend weit unterschritten
Wir befragten 419 Intensivstationen (einschließlich Intermediate Care Stationen) auf denen 5340 Patienten versorgt wurden. Nur auf 7,9 % (33) Stationen wird der Fachstandard eingehalten, d.h. eine Intensivpflege-Fachkraft betreut 2 Patient/innen. Auf 65,2% der Stationen hat eine Pflegekraft drei und mehr Patienten zu betreuen, auf 33,7 % sogar vier und mehr Patienten. Auf 42 ITS musste sich eine Fachkraft um sechs und mehr Patienten kümmern.

Im Durchschnitt aller Intensivstationen betreut eine Fachkraft 3,3 Patient/innen.