Nachrichten

Märchen und Realität bei den "Vorschlägen" des VKA zu "Verbesserung" …

Märchen und Realität bei den "Vorschlägen" des VKA zu "Verbesserung" der Eingruppierung.

. . Flugblatt SuE - zu Märchen der VKA
. . Flugblatt SuE zu Märchen der VKA 2. Seite

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


die Vereinigung der kommunalen Arbeit-geberverbände (VKA) hat ihrer Presse-erklärung zu der fünften Verhandlungs-runde für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst am 20./21. April 2015 ein Papier mit ihren „Vorschlägen“ für „Verbesserungen“ der Eingruppierung angefügt. In diesem Papier versucht die VKA den Eindruck zu erwecken, sie hätte uns weitreichende Eingruppie-rungsverbesserungen angeboten, die wir aus reiner Streiklust nicht zur Kenntnis nehmen würden.


Wir wollen daher richtigstellen und ein-ordnen, was wirklich Inhalt der VKA-„Vorschläge“ ist. So kann zwischen Mär-chen und Realität unterschieden werden.
Zum Charakter des VKA-Papiers Nach ausdrücklicher Aussage des Hauptge-schäftsführers der VKA, Herrn Hoffmann, in den Verhandlungen am 21. April 2015 han-delt es sich bei dem Papier nicht um ein Angebot.


Zur Bezugnahme auf die Tarifverhand-lungen von 2009

Die VKA verweist auf „zum Teil sehr deutli-che Einkommenssteigerungen“ in 2009, um damit den Eindruck zu erwecken, es habe bereits 2009 eine Aufwertung der Tätigkei-ten im Sozial- und Erziehungsdienst stattge-funden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Richtig ist dagegen, dass 2009 Verschlechterun-gen gegenüber dem bis 2005 geltenden BAT (weitgehend) ausgeglichen wurden.
Zur Eingruppierung der Erzieherinnen und Erzieher. Die VKA ist weder bereit, die Eingruppierung von Erzieher/-innen mit Normaltätigkeit, noch die Eingruppierung von Erzieher/-innen mit besonders schwierigen fachlichen Tä-tigkeiten anzuheben. Ihr Vorschlag, ein neues Tätigkeitsmerkmal für Erzieher/-innen mit schwierigen fachli-chen Tätigkeiten in der Entgeltgruppe S 7 zu schaffen, würde unabhängig von der Frage, wie viele Beschäftigte davon überhaupt pro-fitieren würden, nur zu Entgelterhöhungen zwischen 27 und 39 Euro monatlich führen. Dies entspräche einer prozentualen Erhö-hung zwischen 0,9 und 1,6 Prozent!Hinzu kommt, dass viele Kommunen schon jetzt die Erzieherinnen und Erzieher nach Entgeltgruppe S 8 bezahlen, weil sie sonst ihre Stellen nicht besetzen könnten. Auch die von der VKA hervorgehobene „Reduzie-rung der Anforderungen für die Entgeltgrup-pe S 8“ liefe daher in vielen Fällen leer. Eine Umsetzung der Vorschläge der VKA wäre daher sogar mit der Gefahr der Herab-gruppierung für die jetzt besser eingrup-pierten Erzieher/-innen verbunden!

Zur Eingruppierung der Kinderpflegerin-nen und Kinderpfleger

Auch hier ist die VKA weder bereit, die Ein-gruppierung von Kinderpfleger/-innen mit Normaltätigkeit noch diejenige von Kinder-pfleger/-innen mit schwierigen fachlichen Tätigkeiten anzuheben. Wir bezweifeln, dass die von der VKA ins Gespräch ge-brachte „Erleichterung der Eingruppierung in die Entgeltgruppe S 4“ statt in die Entgelt-gruppe S 3 überhaupt bei einer nennens-werten Zahl von Beschäftigten zum Tragen kommen würde.


Zur Eingruppierung der Leitungen und stellvertretenden Leitungen von Kinder-tagesstätten

Die von der VKA vorgeschlagen Anhebun-gen der Eingruppierungen würden nur für den kleineren Anteil der Kitas mit wenigen Plätzen greifen. Für den größeren Anteil der Kitas mit höheren Kinderzahlen ist die VKA nicht zu einer verbesserten Eingruppierung bereit. Die von der VKA dafür gepriesene Einführung eines weiteren Eingruppierungs-kriteriums würde sich nach ihren eigenen Angaben für einen Anteil zwischen 66 und 100 Prozent der Kita-Leitungen gar nicht eingruppierungserhöhend auswirken. Nach unseren ersten Recherchen ist davon auszugehen, dass dieser Prozentsatz noch höher ist.

 

Zur Eingruppierung der Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen.

Die VKA lehnt für Beschäftigte mit abge-schlossener Berufsausbildung sowie für Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter mit abgeschlossener Berufsausbildung und sonderpädagogischer Zusatzqualifikation bzw. Fortbildung als Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung oder mit zusätzlicher Meisterqualifikation jedwede Eingruppie-rungsverbesserung ab. Lediglich für die Ein-richtungsleitungen, die schon jetzt in der Regel übertariflich bezahlt werden, ist die VKA zu Eingruppierungsverbesserungen bereit.

 

Zur Eingruppierung der Sozialarbeiter/ -innen und Sozialpädagogen/-innen

Für die Sozialarbeiter/-innen und Sozialpä-dagogen/-innen lehnt die VKA kategorisch jedwede Eingruppierungsverbesserung ab.
Deswegen führt sie diese Berufsgruppe in ihrem Papier gar nicht erst auf.

 

Zur Eingruppierung der anderen Berufs-gruppen
Bei allen anderen Berufsgruppen sieht die VKA entweder keinen Bedarf für eine höhe-re Eingruppierung oder äußerte sich gar nicht inhaltlich dazu. Dies gilt insbesondere für Leitungen von Tagesstätten für Erwach-sene, Leitungen von Erziehungsheimen, Kinder- und Jugendlichenpsychothera-peutinnen und –therapeuten sowie für Be-schäftigte, die zusätzlich mit Praxisanlei-tungsaufgaben oder Ausbildungsaufgaben beauftragt sind.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, insgesamt ist festzustellen, dass die VKA über alle fünf Verhandlungsrunden wie von ihr schon in dem Auftakttermin am 25. Februar 2015 ausdrücklich erklärt, nicht einmal einen Grund für eine gene-relle Verbesserung der Eingruppierung im Sozial- und Erziehungsdienst sieht. Sie ist lediglich bereit, einigen wenigen „Häuptlingen“ mehr zu zahlen, nicht aber den „Indianern“.

Ihr Papier ist ein reines Täuschungsmanöver!

 

Euer
ver.di-Tarifsekretariat
für den öffentlichen Dienst