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Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst - Aufwerten jetzt!

Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst - Aufwerten jetzt!

. . Richtig. Gut. Aufwerten jetzt!

Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst in Schleswig-Holstein

Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) mitteilt, wird es in Schleswig-Holstein in der kommenden Woche zu ersten Warnstreiks in der Tarifrunde im Sozial- und Erziehungsdienst kommen.

Ziel ist es, ein Signal für die kommende Verhandlungsrunde am 23. März 2015 in Münster zu geben, um endlich Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.

In Schleswig-Holstein wird es deshalb unter anderem am Donnerstag, den 19.03.2015, zu Arbeitsniederlegungen kommen. Örtlich sind Kundgebungen und Veranstaltungen geplant.

In den betroffenen Kindertagesstätten werden die Eltern von ver.di bereits informiert. ver.di rechnet nächste Woche mit mehreren Hundert Streikenden im Land.

„Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst erbringen wertvolle und für unsere Gesellschaft unverzichtbare Dienstleistungen. Sie kümmern sich, sorgen dafür, dass frühkindliche Bildung, die Wahrung des Kindeswohls, Inklusion und Integration keine Worthülsen bleiben“, so Karin Hesse, Leiterin des ver.di Landesbezirks Nord.

Hesse weiter: „Uns ist bewusst, dass Streiks in diesem sensiblen Bereich auch eine Belastung für die Eltern sind. Es kann aber nicht im Interesse der Eltern sein, dass sich viele Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst Nebenjobs suchen müssen, um über die Runden zu kommen. Es ist hohe Zeit, der gestiegenen Verantwortung und den erhöhten Anforderungen an Qualifikation und Ausbildung in diesem Bereich eine adäquate Bezahlung und Aufwertung der Tätigkeit folgen zu lassen.“

ver.di fordert von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale, die für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würden.

Nach Auffassung von ver.di sind eine deutliche Aufwertung und die damit verbundene Einkommensverbesserung nötig, weil die Anforderungen an die Beschäftigten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Außerdem werden vielen der Beschäftigten – davon überwiegend Frauen – nur Teilzeitverträge angeboten.

Insgesamt haben bundesweit nur 40 Prozent der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst eine Vollzeitstelle. Die hohe Teilzeitquote fördert Altersarmut.

Zum Sozial- und Erziehungsdienst gehören unter anderem Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für behinderte Menschen, Heilerziehungspflegerinnen, Kinderpflegerinnen sowie Heilpädagogen. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern.

Die Tarifverhandlungen werden am 23. März 2015 in Münster fortgesetzt.