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Auch in Lübeck Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst

Auch in Lübeck Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst

Richtig gut. Richtig wichtig Sozial- und Erziehungsdienst Kampagnenseite . Richtig. Gut.  – Aufwerten jetzt!

Am Donnerstag, den 19.03.2015 werden die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Hansestadt Lübeck von ver.di  zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Einen Tag vor dem diesjährigen equal-pay-day startet ver.di damit in Lübeck die Tarifrunde zur Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst.
Dies ist keine „einfache“ Lohnrunde, sondern Ziel dieser Kampagne ist es, erstmals einen klassischen Bereich der „Frauenberufe“
im Öffentlichen Dienst auf das Niveau gleichwertiger männerdominierter Berufsfelder anzuheben.

Betroffen sind in Lübeck alle städtischen Kitas, Sozialberatungsstellen, die Behindertenhilfe, Schulsozialarbeit, Jugendarbeit und Familienhilfen.
Ab Dienstbeginn werden die Beschäftigten die Arbeit niederlegen und ab 7:30 Uhr im Gewerkschaftshaus am Holstentorplatz zu einer Streikversammlung zusammen kommen.
Ziel ist es, ein Signal für die kommende Verhandlungsrunde am 23. März 2015 in Münster zu geben, um endlich Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.

In den betroffenen Kindertagesstätten werden die Eltern von ver.di bereits informiert.
ver.di rechnet mit mehreren Hundert Streikenden in Lübeck und Schleswig-Holstein

Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst erbringen wertvolle und für unsere Gesellschaft unverzichtbare Dienstleistungen. Sie kümmern sich, sorgen dafür, dass frühkindliche Bildung, die Wahrung des Kindeswohls, Inklusion und Integration keine Worthülsen bleiben.

ver.di  ist bewusst, dass Streiks in diesem sensiblen Bereich auch eine Belastung für die Eltern sind. Es kann aber nicht im Interesse der Eltern sein, dass sich viele Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst Nebenjobs suchen müssen, um über die Runden zu kommen. Es ist hohe Zeit, der gestiegenen Verantwortung und den erhöhten Anforderungen an Qualifikation und Ausbildung in diesem Bereich eine adäquate Bezahlung und Aufwertung der Tätigkeit folgen zu lassen.“

ver.di fordert von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale, die für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würden.

Nach Auffassung von ver.di sind eine deutliche Aufwertung und die damit verbundene Einkommensverbesserung nötig, weil die Anforderungen an die Beschäftigten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Außerdem werden vielen der Beschäftigten – davon überwiegend Frauen – nur Teilzeitverträge angeboten.

Insgesamt haben bundesweit nur 40 Prozent der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst eine Vollzeitstelle. Die hohe Teilzeitquote fördert Altersarmut.

Zum Sozial- und Erziehungsdienst gehören unter anderem Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für behinderte Menschen, Heilerziehungspflegerinnen, Kinderpflegerinnen sowie Heilpädagogen. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern.

Die Tarifverhandlungen werden am 23. März 2015 in Münster fortgesetzt.

Für Rückfragen oder weitere Informationen steht die Gewerkschaftssekretärin Kollegin Barbara Kammer

 Handy 0151 542 73 803
gern zur Verfügung