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Sozial- und Erziehungsdienst - Streiks ausweitet 40.000 im unbefristeten …

Sozial- und Erziehungsdienst - Streiks ausweitet 40.000 im unbefristeten Streik

Die unbefristeten Streiks in Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen der Sozial- und Erziehungsdienste wurden am heutigen Montag (11. Mai 2015) ausgeweitet.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat zu den bereits am vergangenen Freitag in den Streik getretenen Bundesländern zusätzlich Nordrhein-Westfalen, Bayern und Brandenburg in den Streik einbezogen. Damit befinden sich zurzeit Teile aller Bundesländer im unbefristeten Streik für eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsdienste. Insgesamt beteiligten sich heute mehr als 40.000 Beschäftigte der Sozial- und Erziehungs- dienste am Streik. 

Tausende Kindertagesstätten und andere Einrichtungen der Sozial- und Er- ziehungsdienste blieben bundesweit geschlossen. Aufgerufen sind unter an- derem Erzieherinnen und Erzieher in Kitas, Horten und an offenen Ganztags- schulen, Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen in Jugendzentren, in der Schulsozialarbeit und im allgemeinen Sozialdienst, Erzieher und Heilpädago- ginnen in Heimen für Kinder und Jugendliche sowie Beschäftigte in Einrich- tungen der Behindertenhilfe. 

„Die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst müssen dringend nachhaltig auf- 20 gewertet werden. Die Arbeit mit und für Menschen hat deutlich mehr Anerkennung verdient“, betont der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Qualifizierte Ausbildung und gute Arbeit komme den Kindern zugute. „Das wissen auch die Eltern, die die Forderungen der Erzieherinnen unterstützen und großes Verständnis für den Streik signalisieren.“ 

Bsirske machte deutlich, dass die Aussage der Arbeitgeber, die Forderungen seien nicht bezahlbar, nicht überraschend, aber dennoch falsch sei. Die aktu- elle Steuerschätzung rechne bis 2019 mit Mehreinnahmen von etwa 38 Milliarden Euro für Bund, Länder und Kommunen, das sind etwa acht Milliarden Euro pro Jahr. Für die Kommunen belaufen sich die unvorhergesehenen Mehreinnahmen auf 4,1 Milliarden Euro, knapp eine Milliarde Euro pro Jahr. Weitere hohe Mehreinnahmen für die Länder kann die anstehende Reform der Erbschaftssteuer bringen, nachdem das Bundesverfassungsgericht die bisherige steuerliche Begünstigung von vererbtem Betriebsvermögen für verfassungswidrig erklärt hatte. 

Für Nachfragen von Eltern hat ver.di eine zentrale Hotline eingerichtet. Sie ist von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 16 Uhr unter der kostenfreien Servicenummer 0800-8373415 oder 0800-verdi15 zu erreichen. 

ver.di fordert eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätig- keitsmerkmale, die für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würden. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern.