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Poststreik: ver.di erhöht den Druck im Norden

Poststreik: ver.di erhöht den Druck im Norden

. . Kundgebung 26.06.15

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat den unbefristeten Streik bei der Deutschen Post AG ausgeweitet. Mittlerweile befinden sich bundesweit 32.000 Postbeschäftigte im Ausstand. In Hamburg beteiligen sich demnach 1.600, in Schleswig-Holstein 1.700, und in Mecklenburg Vorpommern 1.100 Beschäftigte am Arbeitskampf. Zum Ende der Woche sind mehrere Kundgebungen geplant.

Während ver.di den Druck in dem Tarifkonflikt mit der Deutschen Post AG täglich erhöht, versucht das ehemalige Staatsunternehmen zu vermitteln, dass der Streik angeblich wenig Auswirkungen zeigen würden. Dazu Lars-Uwe Rieck, ver.di Fachbereichsleiter Postdienste in Nord und Hamburg: „Die Post verbreitet bewusst Falschmeldungen und verprellt damit noch mehr ihre Kunden, da in vielen Zustellgebieten bereits zwei Wochen kein Brief oder Paket seinen Empfänger erreicht hat.“

Zusätzlich zum Streik hat ver.di gestern erneut eine einstweilige Verfügung wegen des Einsatzes von Beamten auf bestreikten Arbeitsplätzen beim Arbeitsgericht Bonn eingereicht. Der Streikbruch wurde von der Deutsche Post AG während des Arbeitskampfes für die Beamten angewiesen, obwohl das Bundesverfassungsgericht einen solchen Einsatz in einem Urteil von 1993 ausgeschlossen hat.

In dem aktuellen Tarifkonflikt fordert ver.di für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich als Kompensation für den Vertragsbruch der Post bei der Fremdvergabe. Die Deutschen Post AG hatte zum April dieses Jahres 49 Regionalgesellschaften gegründet um für 6.000 Beschäftigte den bestehenden Haustarifvertrag zu unterlaufen.

Außerdem fordert ver.di in der laufenden Entgeltrunde für die Tarifkräfte und Auszubildenden der Deutschen Post AG 5,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Die Streikenden werden zum Ende dieser Woche ihren Unmut gegenüber der Blockadehaltung des Postvorstandes auf die Straße bringen.

Dazu ist folgende Kundgebung geplant:

Lübeck, 26. Juni 2015, 09.30 Uhr, DGB-Haus, Holstentorplatz 1-5, mit erwarteten 500 Teilnehmer

Für Rückfragen:

Silvia Reichert 0451-79905-60