Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

Mitglieder-Newsletter des Bezirksfachbereichsvorstandes "Gesundheit, …

Mitglieder-Newsletter des Bezirksfachbereichsvorstandes "Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen", Januar 2014

Neues aus der Anstalt ver.di Neues aus der Anstalt

Mitglieder-Newsletter des Bezirksfachbereichsvorstandes "Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen", Januar 2014

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

das neue Jahr ist gestartet, und Ihr habt hoffentlich ein paar dienstfreie bzw. erholsame Tage hinter Euch.

Bevor Ihr Euch wieder voll ins Geschehen stürzt, wollen wir noch von zwei Geschehnissen aus dem Bezirk berichten, die das Herz auf unterschiedliche Weise erwärmen können. Und dann gibt’s noch einen wortspalterischen Beitrag aus der Meckerecke...

Rückmeldungen zu der aktuellen Ausgabe sowie zum abgelaufenen Jahr beim Fb03 im Bezirk Lübeck/ Ostholstein werdet Ihr los unter ver.di_bezfbvorst03_hl_oh@yahoo.de.

Kollegiale Grüße von
Holger Krause & Matthias Göpfert, Newsletter Redaktion

 

Kurzbericht vom Treffen „ver.di-Aktiv“ zum Thema „Betriebliche Gesundheitsförderung“

Am 20. November lauschten Kolleginnen und Kollegen mehrerer Lübecker Betriebe den Ausführungen des Betriebsrats von Sprungtuch e.V., Martin Kürle. Er berichtete von einer vielversprechenden Erfahrung seines Gremiums mit der Ausrichtung eines Gesundheitstages. Ausgangspunkt für das Vorhaben war die Entwicklung der AU-Zahlen in Verbindung mit dem Bestreben,  einem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen. Ein im Jugendhilfebereich gängiger Fragebogen zu Beanspruchungen und Belastungen hatte die Kolleginnen und Kollegen im Vorfeld für das Thema sensibilisiert. Geschäftsführung und BR hatten sich darauf verständigt, einen für alle Beschäftigten verbindlichen Fortbildungstag zum Thema Gesundheitsfürsorge auszurichten. Dabei hielt der BR die Fäden in der Hand, gestaltete das Programm aus, organisierte Räumlichkeiten, mit einem vom AG bereitgestellten Budget. Mit Vorträgen und Workshops wurden Kolleginnen und Kollegen zum aktiven Austausch angeregt. Zuvor mussten alle noch ihre Handys in einer tiefen Kiste versenken, damit auch alle „ganz da“ waren. Einzelne Beschäftigte gaben auch selbst Fachkenntnisse an die Belegschaft weiter. Es gab leckere, gesunde Küche zum Nachkochen, und vor allem der arbeitsalltagsbezogene Austausch wurde durch die Angebote angeregt.
So dürften im Ergebnis nicht nur  Tipps zur gesunden Lebensführung dabei herausgekommen sein, sondern auch jede Menge Anstöße, was die aktive Gestaltung von gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen anbetrifft. Die Resonanz auf das Angebot war jedenfalls mächtig gut, so dass das Gremium die nächste Veranstaltung dieser Art schon ins Auge gefasst hat.

Weitere Einzelheiten könnt Ihr bei Martin erfahren…zum Nachahmen unbedingt empfohlen!
Das Thema „Betriebliche Gesundheitsförderung“ werden wir zu Beginn  des neuen Jahres wieder aufgreifen. Mehr Infos zu gegebener Zeit.

 

Demonstration der Lübecker Hafenarbeiter für das eigentlich Selbstverständliche

Am 3. Adventssamstag gönnte ich mir mal was Besonderes: Ich ging in die Stadt, um an der Demonstration der Lübecker Hafenarbeiter für die Einlösung ihrer vertraglich festgelegten Rechte teilzunehmen. Das ist ganz und gar nicht ironisch gemeint: Das Wetter war ungemütlich, die Aktivitäten um uns herum forderten eigentlich den fröhlichen Weihnachtskonsum von mir und doch: Zusammen mit einem Kollegen aus dem Gesundheitsbereich ließ ich mich von der Stimmung der Hafenkolleginnen und -kollegen tragen, über die Einzelheiten der vertraglichen Gegebenheiten aufklären und hatte seit langem mal wieder das Gefühl von Solidarität. Und das war verdammt gut. Es war nicht viel, was ich gab: 3 Stunden Zeiteinsatz, ein offenes Ohr, eine Portion Wut darüber, wie mit den Betroffenen und der Stadt Lübeck vom Investor umgegangen wird („There’s no business like my business“) und ordentlich kalte Füße am Ende. Doch tat diese von mir zum Ausdruck gegebene Solidarität total gut - als hätte ich etwas für mich selbst getan.

Probiert’s doch auch mal. Gelegenheiten wird es in näherer Zukunft noch genügend geben bei dem Thema (weitere Info unter http://www.HL-live.de/aktuell/text.php?id=88417

Die Meckerecke: „Profitieren“ - Wie Alltagssprache in den Medien uns den Kopf verdreht

Vielleicht ist Euch auch schon einmal der häufige und vielseitige Gebrauch des Verbs „Profitieren“ in den Medien aufgefallen. Hat man die Sinne erstmal geschärft, so kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, wer da in welcher Weise profitieren kann: Nicht nur Hartz-IV-Empfangende „profitieren" von der Erhöhung der Regelsätze, Beschäftigte „profitieren“ von betrieblichen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, Kinder profitieren vom Musikunterricht (ein Leben lang), Sozialkassen profitieren von Migration, „Pflege der Eltern - Wie sie beim Finanzamt profitieren“, usw.

Der Wortgebrauch für sich ist korrekt: Das Verbum wird im Sinne von "Nutzen, Gewinn aus etwas ziehen, einen Vorteil durch etwas, jemanden haben“ (Duden) eingesetzt.
Haarig wird es aber schon, wenn man auf die vom Duden vorgeschlagenen Synonyme schaut:
ausbeuten, ausnutzen, ausschöpfen, benutzen, sich bereichern, die Gelegenheit wahrnehmen, Gebrauch machen von, sich Gewinn/Vorteile verschaffen, Nutznießer[in] sein, Profit erzielen, seinen Nutzen/Vorteil ziehen, sich zunutze machen; (umgangssprachlich) absahnen, ausschlachten, sich die eigenen Taschen füllen, einkassieren, einsacken, herausschlagen, in die eigene Tasche stecken/wirtschaften, kassieren, zulangen, zuschlagen; (oft abwertend) einstreichen; (umgangssprachlich, oft abwertend) einstecken, sich gesundstoßen.

In der Fachsprache bezeichnet das Hauptwort „Profit“ den Kapitalertrag. Hier wird deutlich eingegrenzt. wer denn auf welcher Grundlage profitieren kann. Unter diesem Blickwinkel erscheinen Meldungen wie „200.000 Berliner profitieren vom Mindestlohn“ schräg bis zynisch. Wo doch die Notwendigkeit, einen Mindestlohn einzuführen nur dem Umstand geschuldet ist, dass Kapitaleigner ihren Profit mit rücksichtslos herabgedrückten Löhnen machen...

„Nutznießen“ ist ein Synonym für „Profitieren", das etwas altmodisch klingen mag, aber eine deutlichere Abgrenzung zum Begriff „Profit“ erbringt.
Aber heutzutage sind wir ja alle irgendwie Profiteure - oder es soll zumindest der Eindruck entstehen, dass dem so wäre.